Dumb Things
von Insomnia
Back in the days, when I was a freshly graduated history master, unable to find any decent job, I worked at a commercial TV channel. Friends and family where thrilled – TV! In reality I was the assistant to an assistant and spent my days brooding over excel charts, trying not to mess up the formulas that projected the company’s profits and losses.
This was a short and insignificant yet very instructive epoch of my professional career. The people I was working with were well educated, culturally aware and basically very nice. The programme they were making was sexist, prejudiced and , well, dumb. Noisy afternoon talkshows, trashy tv series, stuff with tits all over …
So, how could they do this? Create something they themselves would never be able to enjoy? I think the key to this is to build up a high level of professional cynicism combined with a religious adoration of marketing figures. Every morning yesterday’s viewer ratings where handed to the CFO like the Holy Grail to King Arthur. Everything my colleagues did, was in adoration of this Holy Grail of commercial success.
Of course they needed good ratings, they had to live, and all that. But they tried to achieve success by constantly lowering the standards of their programme. And here is the basic problem: They tried to create something for “the masses”, the “majority”, whatever this may be. They would never have thougtht of themselves as members of the group they were producing for. I suspect that, apart from figures about their target group’s consumer behaviour, they did not know a thing about their audience. Businesspeople, who have better options than spending the afternoon in front of the tv just assume that the afternoon watchers are dumb. So let’s just drown them in rubbish! Make them even dumber!
And this is where videogames come in. I read some articles on game developer Jonathan Blow’s statement that most popular videogames are dumb. There was a lot of discussion about this. I do not even want to go there, since I actually do and did not play many “popular” videogames, so I have no real base for a qualified statement. But I visited GamesCom in Cologne the last two years and when looking at what the big studios showed the public I was really amazed how generic the aesthetics were. There seems to be one mainstream style that everybody in the industry thinks will sell.
I actually suppose that part of the problem here is that all these games are targeted to a specific audience. And this target audience, be it teenage girls, young males between 16 and 25 or middle aged housewifes, is fed exactly what the people in the suits think they would buy. Based, of course, on all kinds of market research.
So, pre-teenage girls get games about how to style your hair or how to be a model, the predominant colour being pink. Games for young males feature violence and boobs. Stereotyped targeting seems to suffocate any creativity. I think there again is the problem of people creating something for a group they only see in terms of marketing figures.
I must admit, I have no idea how an AAA-production – given the astronomic development costs - could address a mass market and in the same place stay artistically unique and deliver a narrative that is not just some generic remake of Star Wars or The Lord of the Rings.
But I think it would help to not constantly underestimate the audience.
Sara Paretsky, a very successful author of crime novels, who introduced one of the very first tough female investigators, was once asked for whom she was writing her books. Ms Paretsky replied, that she liked to imagine her ideal reader being a student who, instead of studying for her homework, reads Paretsky’s novels. And yet learns something.
Ich wollte nicht den Artikel ruinieren durch unqualifizierte Bemerkungen: Aber ich habe das Blogdesign geändert aus der Überlegung heraus, dass dann mal bei den freundlichen Menschen, die hier lesen, ankommt, dass ich nur noch DIESES Blog habe, weniger, weil mir das vorherige Design nicht mehr gefallen würde.
Du bist also doch Zwei: Insomnia und Erinnye.
??? Nein, ich bin nicht Insomnia.
Wenn man den Link: “Zeige alle Beiträge von Insomnia” drückt, kommen auch Beiträge von Erinnye??
Nein, Insomnia hat hier nur das geschrieben, also eigentlich hat sie es für ihr eigenes Blog geschrieben, aber mir hat es halt gefallen, da war ich aber wohl ziemlich alleine damit. Englisch und Games, hier halt schwierig.( Früher, auf meinem alten Blog hat Insomnia manchmal etwas veröffentlicht.)
“So, how could they do this? Create something they themselves would never be able to enjoy?”
Eigentlich hast Du es Dir und uns ja selbst beantwortet, Insomnia: money rules the world. Mehr als alles andere, befürchte ich. Wir lassen uns alle – mehr oder weniger – darauf ein und machen irgendwie mit. Selbst wenn wir nicht dazu neigen, Soaps oder Telenovelas beim Bügeln zu schauen.
Ich antworte hier mal für Insomnia: Ich habe zwar keine Ahnung von Games, aber was das Fernsehen betrifft: Es ist natürlich einleuchtend, dass Privatsender verkaufen müssen. Was allerdings das öffentlich-rechtliche Fernsehen betrifft, so befindet dieses sich in einem permanenten Abwärtstaumel und das, obwohl Quoten hier eigentlich eher nebensächlich sein dürften. Vor einiger Zeit habe ich einen interessanten kleinen Artikel dazu gelesen, die Fernsehschaffenden sehen das selbst so, das Programm wird immer schlichter, zumal die junge, gebildete Zielgruppe wohl zunehmend abwandert und ihr Fernsehbedürfnis mit dem Konsum us-amerikanischer Qualitätsserien deckt.
Das Problem der öffentlich-rechtlichen Anstalten (Anstalten ist durchaus wörtlich zu nehmen…) sind nicht die Redakteure (da gibt es viele, viele gute und kreative Köpfe), sondern die Schisser in den Führungsetagen, die sich nicht entscheiden können oder wollen, was das Ziel ist. Programme für die Jüngeren (und das sind bei diesen Anstalten die Leute 40 +) zu platzieren und damit auch Quotenverluste vorübergehend in Kauf zu nehmen, oder permanent die Älteren zu bedienen (das sind die 65 +). Und von diesen älteren Zuschauern haben die Schisser auch noch ein völlig falsches Bild: die sind nicht debil, genügsam, wollen ständig Peter Alexander haben und sich bekochen lassen. Die vordergründig akzeptable Quote wird als Erfolg gefeiert – dabei verlieren diese Entscheider eine ganze TV-Generation und damit ihre Legitimation und die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Wenn die nur noch aus Pilawa, Lanz oder Guido Cantz besteht, dann gute Nacht und Glotze aus.
Ich bin ja noch so die Fernsehgeneration, im Prinzip schaue ich gerne Fernsehen, habe es mir aber weitestgehend abgewöhnt, weil das Programm doch zum Weinen ist, falls mal was Gutes/Witziges/Informatives kommt, dann bestimmt nach 23.00 Uhr. Die Perspektiven des Fernsehens: Interessant, dass die “junge” Zielgruppe “nur” noch 40+ ist, ich sehe es an meinen Nichten und Neffen, für die ist Fernsehen gar kein Thema mehr, die zappen allenfalls mal so durch und schauen 1/4 Stunde auf irgendetwas, ansonsten Facebook oder Filme im Internet.Ja, ich frage mich auch, wo noch die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist und warum Quoten da so wichtig sind. Und nein, das glaube ich schon, dass es nicht an den Redakteuren liegt. Und um auf Insomnias Artikel zurückzukommen: Aufschlussreich, dass Du sagst, die Entscheider hätten ein falsches Bild ihrer offensichtlichen Hauptzielgruppe, den 65+-Leuten.
Ach ja, und: das ö-r-TV hat doch einen AUFTRAG: Und der kann eigentlich NICHT Volksverdummung lauten, dafür zahlt man doch keine Gebühren!!
Allright. We rock the World.
? Was ist mit Deinem Gravatar passiert?
Da habe ich mit einem ipod geschrieben.
@Haushundhirschblog: Was die Videospiel-Branche vom Trash-TV unterscheidet: die Produktionskosten. Trash-TV hat sehr niedrige Produktionskosten, ein AAA-Spiel kostet immens viel und ziemlich viel technisches Wissen und Können wird investiert. Da ist es einfach traurig,wenn der Output so genormt ist. Viele Kreative empfinden das so, deshalb wächst die Indie-Games Szene ja derzeit so stark.
Was sind eigentlich ‘indie’-Games?
Das sind Videospiele, die von unabhängigen Entwicklern erstellt werden, ohne eines der grossen Studios im Rücken. Viele sind sehr avantgardistisch und kreativ. Gutes Beispiel ist Dear Esther – hier gibt es keine simplen Plot nach dem Schema gut gegen böse, es ist eher wie die visuelle Umsetzung eines Romans.
AhHa! Die Grafik sieht gut aus bei Esther. Muss mal Vallartinito interviewen, Sohnemann ist hard core gamer….
GLG und viel Erfolg!
Danke, liebe Vallartina!
Der Film ist ganz nett. Bestimmt kommen dann so verkleidete Kostüm Ungeheuer aus dem 15. bis 18. Jhd.
Nein, da kommen gar keine Ungeheuer. Das ist eher wie ein Roman zum drin-rumlaufen. Man kriegt immer wieder Bruchstücke eines Briefes an Esther, muss sich daraus zusammenreimen, was eigentlich los ist. Also quasi so ein Multi-Perspektiv-Roman.
Oh wie schön, der Benutzer darf sich für verschiedene Wege des Lebens entscheiden.
Danke für den interessanten Einblick ins Kommerz-TV! Ohne eine Spur von Zynismus scheint es nicht zu gehen, in Anbetung der Zuschauerquote. Dabei übersehen die Macher (ja, bestimmt arbeiten dort viele leidgeplagte Redakteure, die auch zynisch werden, weil sie Sendungen machen müssen, die sie nicht machen wollen), dass es “die Masse” ja gar nicht gibt. Wie man sieht, wandern die Jüngeren immer mehr vom Fernsehen ab und nicht alle Älteren sind so tumb wie das Programm vorzugeben scheint mit diesen furchtbaren “Volksmusik”-Schunkel-Die-Welt-ist-schön-Sendungen. Die guten Sendungen, ob dokumenarisch oder Spielfilme, muss man sich heute mühsam zusammeklauben bei Phoenix, 3SAT, arte und manchmal bei den Dritten/Regionalsendern, aber meist laufen die wirklich guten Filme erst ab Mitternacht. Schade, was da vertan wird.
danke, rotewelt. Ich habe mir Fernsehen aus den von dir genannten Gründen schon lange abgewöhnt.
Ich glaube übrigens, dass auch das Kommerzfernsehen, das jetzt ja noch gute Geschäfte mit der jüngeren Zielgruppe macht, irgendwann zum Loser-Medium wird.